Für die Innenbearbeitung von dickwandigen Rohren wird ein Führungsausleger mit rechteckigem Kastenquerschnitt verwendet, der bei einem Eigengewicht von 33.000 kg eine Gesamtlänge von 18.500 mm aufweist. Dieser Ausleger lässt sich in vorgespannten Wälzelementen aus einem Führungsgehäuse bis zu einer Länge von 14.000 mm frei auskragend in das Werkstück einfahren und stützt sich nach Erreichen der Arbeitsposition mit dem vorderen Ende in einer Planscheibenzentrierung formschlüssig ab.
Der so eingespannte starre Ausleger übernimmt die Funktion eines Führungsbettes, auf dem der Innendrehsupport – ebenfalls spielfrei in vorgespannten Wälzführungen – verfahren wird. Die Außenflächen des Auslegers sind rundherum glatt bearbeitet, so dass die Supportführungen an gesamten Umfang durch Späneabstreifleisten geschützt werden konnten.
Seitlich am Support befinden sich horizontal gegenüberliegend ausfahrbare Werkzeugpinolen mit je zwei radial gestaffelt angeordneten Drehwerkzeugen. Durch eine entsprechende Schnittaufteilung werden bei der Innenbearbeitung den vier Werkzeugschneiden gleichgroße Spanquerschnitte zugeordnet.
Zur Bearbeitung von Konturen an den Zylinderinnenflächen wird eine CNC-Bahnsteuerung eingesetzt. Hiermit lässt sich bei unterschiedlicher Bearbeitungszugabe des Werkstückrohlings die Zerspanung in mehrere Schnittzyklen automatisch aufteilen, wodurch immer eine kontrollierbare Schnitttiefe erreicht wird. Bahnkurven und Schnitttiefenaufteilung werden auf einem Bildschirm aufgezeichnet. Die Späneentsorgung bei der Innenbearbeitung übernimmt ein Vakuumgebläse mit einer Antriebsleistung von 18,5 kW, das die Späne direkt von den Werkzeugschneiden absaugt und über ein Teleskoprohr in einen zentralen Bunker fördert.